Es ist soweit
24. Dezember 2009, 14:41
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Frau Holle arbeitet auch sonntags
21. Dezember 2009, 09:58
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Es kommt ja selten genug vor, dass es an Rhein und Ruhr schneit. Deswegen sollte man die wenigen Schneetage im Jahr nutzen, auch wenn es nur für Fotoaufnahmen ist. Zunächst überrollte uns bekanntlich russische Kälte und brachte zunächst Dauerfrost mit äußerst frischen Minus 12 Grad in der Nacht und knapp die Hälfte davon am Tag (und das im warmen Westen). Und jetzt, nur noch vier Tage vor Weihnachten kommt auch noch der Schneeklops dazu. Kaum zu glauben, dass der nicht bis Weihnachten hier überwintern will…



Essener Motorshow 2009
5. Dezember 2009, 01:25
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Seit über 12 Jahren statten wir (zwei Freunde von mir und ich) dieser Messe alljährlich einen Besuch ab. So dachten wir uns natürlich auch 2009: „The same procedure as every year…!“. Doch diesmal war alles anders, irgendwie.

Die geänderten Vorzeichen zu der Messe zeichneten sich bereits im Vorfeld in der Presse ab: ausgetauschtes Messe-Management, kleiner Kreis an Austellern (okay, wir haben IAA-Jahr, aber dann doch so wenig Automobilhersteller?), weniger Prominenz und ein neu gelegter Fokus auf Nischentuning, Motorsport und Event.

Tatsächlich fehlten die üblichen Verdächtigen bei den Neufahrzeugen, wie all die großen dt. Hersteller, als auch alle Japaner, Koreaner und Franzosen. Lediglich Fiat, Alfa uns Skoda hielten tapfer die Fahne der Autobauer oben. Der Rest an automobilen Neuheiten verteilte sich locker auf die Tuner- und Zuliefererstände: Irmscher präsentierte den neuen Opel Astra bereits mit leichtem Bodykit, Brabus veredelte den Tesla Roadster und bei u. a. Vredestein stand ein schmucke E-Klasse.

Ansonsten war der Motorsport eines der großen Themen – nicht aber die Formel 1 und die DTM. In der großzügigen Eventhalle zogen Cup-Autos reifenquietschend ihre driftenden Runden. Einige Rallyeautos, Monstertraktoren, abgefahrene Hot-Rods und Custom-Bikes ergänzten die Ausstellung.

Wie immer gab’s Rücklichter und Scheinwerfer en masse. Alles, was LEDs hat ist im Trend. Schlimm hingeben: die 30 Euro Xenon-Bastelkits, die eigentlich lt. StZVO nicht zulässig sind, uns aber in näherer Zukunft wohl noch zahlreicher blenden werden.

Positiv und angenehm für das verblendete Auge waren die zahlreichen und liebevoll restaurierten Oldtimer. Egal, ob in der geschichtlichen Abfolge anhand einiger wertvoller Ferrariklassiker, oder in Form vom seltenen AC Bristol oder Porsche 914 oder gar als vollrestaurierter Mercedes-Benz 600 für satte 142.000 Euro!

Genug geschwätzt, denn jetzt endlich die Bilder dazu…



Mesh live in Dortmund
28. November 2009, 11:55
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Nee, was ist das immer wieder schön. Wer wie ich die britische Synthpop-Band aus Bristol schon einige Male live erlebt hat, weiß was einen erwartet: gediegene Clubatmosphäre mit einigen hundert Gleichgesinnten – also alles hübsch überschaubar. Willkommen in Mesh’s heimeligem Wohnzimmer. Es fehlen hier eigentlich nur noch die Clubsessel, aber dafür gibt’s nen hauseigenen Gästeplatz auf dem Hof – schön.

Wie immer beginnt ein solcher Abend, diesmal in Dortmunds FZW (Freizeitzentrum West), mit den schon obligaten Special Guests. Und diese waren zum einen die Ein-Mann-Show von Janosch Moldau, der mit einer verträumten wie dichten und vielschichtigen Ambient-Elektro-Soundwolke anrückte, und beinahe über seine umgeschnallte, viel zu groß und irgendwie deplatziert wirkende Gitarre stolperte, und zum anderen die drei US-Boys und Deluxe-Poser von Informatik, die ein wenig nach einer Mischung aus Rotersand, KMFDM und Covenant klingen. Selbst nennen sie ihre Musik „Electronic Arena Rock“. Nach den lieblichen Klängen von Janosch Moldau kann das auch so unterschreiben: die Sounds werden metallischer, eckiger, dunkler und schneller und die Gesten männlicher, größer und irgendwie auch gelernt cooler.

Gegen halb 10, nach einen überaus pünktlichen Start der Special Guests, übernehmen schließlich die Hauptakteure dieses Abends für die kommenden 105 Minuten die Instrumente. Mark Hockings und Richard Silverthorn haben sich aber Verstärkung mitgebracht: Drummer Sean Suleman, Keyboarder Geoff Pinckney und die etwas schüchterne Gastsängerin Julia Beyer von Chandeen. Sichtlich nervös aber tapfer phont sie ihren Part zu „Who Says?“.

So wird das neue Album „A Perfect Solution“ u.a. mit „Is It So Hard?“, dem Opener „If We Stay Here“, der Single „Only Better“, „Hold It Together“ und „The Bitter End“ auch beihnahe komplett rauf und runter gespielt. Aber irgendwie zünden die gewohnt solide und satt präsentierten Songs (noch) nicht so durch. Erst die alten Gassenhauer, wie „Trust You“, „Can You Mend Hearts?“, „I Don’t Think They Know“ oder auch „Petrified“ bringen den Saal zum Beben. Aber beim Uralt-Klassiker „From This Height“, der auch heute noch nichts von seinem treibenden Klanggerüst verloren hat, kocht die Meute. Als sich Frontman Mark seine Gitarre umschnallen will, gibt die keinen Ton von sich. Leicht angehalst überlässt er das Problem einem seiner Rowdys. Aber das Problem ist nicht wirklich eines und ist auch entsprechend schnell gelöst. Das schicke melancholöse „Not Prepared“ beendet schließlich den regulären ersten Konzertblock.

Schon kurz danach die Zugaben: Es startet „In This Place Forever“ und danach bretter „Crash“ los. Gefolgt von der Hymne „Friends Like These“. Während des Songs laufen Fotos unserer Konterfeis, die man zu Beginn des Abends bei Betreten der Örtlichkeit von uns gemacht hatte, über die großen Flatscreens. Die Fotoaktion kennt man ja schon u.a. vom 06er Konzi aus der Essener Weststadthalle… Und so endet das Liedchen mit einem sehr speziellen und ausladenem Outro (kennt man ja irgendwie auch von Mark und Co.) den gelungenen musikalischen Abend.

Bedingt durch die Klein- und Kompaktheit des Areals ist auch der Weg zurück zum angrenzenden Parkplatz ent- und ansprechend kurz geraten und hält auch noch eine kleine Überraschung parat: wer kann schon von sich behaupten, direkt neben dem Tourbus der Band geparkt zu haben… ;-)

Und weil’s so schön war, gibt’s ein paar Fotos von dem Event. Viel Spaß…

Setlist:

1. If We Stay Here
2. Trust You
3. Leave You Nothing
4. Hold And Restrain
5. I Don’t Think They Know
6. Hold It Together
7. Petrified
8. How Long
9. Want You
10. Can You Mend Hearts?
11. Only Better
12. Is It So Hard?
13. From This Height
14. It Scares Me
15. Shattered Glass
16. Who Says?
17. The Bitter End
18. Not Prepared

19. In This Place Forever
20. Crash
21. Friends Like These

Links zu den Bands:



Herbstimpressionen
1. November 2009, 12:33
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Ich dachte mir, bevor die wirklich dunkle und trostlose Jahreszeit beginnt, mache ich mich noch einmal auf und fange die letzte goldene Oktobersonne bei ihrer Arbeit das großartig verfärbte Laubwerk zu bestrahlen ein. So raschelte das Laub unter meinen Füßen in einigen Wäldern und Parks der Stadt. Und das Licht tunkte alles kräftig in einen Malfarbkasten Deluxe.

Ladies and Gentlemen: die aktuellen Farben der Saison – Biddeschöön!



Outro
6. Oktober 2009, 11:45
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Kroatien, und in unserem Falle Mitteldalmatien, ist eine Reise Wert – auf jeden Fall. Korčula kann sich zurecht mit dem Titel „Dalmatiens grüne Insel“ schmücken. Auch wenn dieses nicht mehr als „Billigreiseland“ gilt – wenn es als das jemals gegolten hat. Und das meine ich positiv. Günstig kann es denoch sein. Bereits wenige Häuserecken abseits der bekannten Touristenpfade kann man hervorrgend und günstig Essen. Zudem bietet ein Besuch auf einem der Wochenmärkte in Split oder Trogir frische Lebensmittel und landestypische Spezialitäten auch für den Hunger zwischendurch. Teilweise preiswert geht auch in einem der zahlreichen Konsumtempel zu. Aber, wer zahlt nicht gerne etwas mehr für sein Bier oder den Kaffee, wenn das Flair stimmt?

Teuer sind hingegen buchbare Tagesausflüge, wie z. B. Segeltripps nach Dubrovnik. Mietwagen oder Mopeds sollte man vorab schon in Deutschland buchen, oder man ist mit einem guten Verhandlungsgeschick gesegnet, und dieses Vorzugsweise auf kroatisch. Allerdings könnte man zur Hauptreisezeit schnell keine freien Autos mehr finden. Zugegebenermaßen hatten wir Glück. Unsere Mietrutsche war noch fast nagelneu, top in Schuss und dazu verhältnismäßig günstig – im Verhältnis zur Hauptsaison.

Ein paar Brocken kroatisch geht immer. Tägliche Floskeln wie die Tageszeit und das übliche Bitte-Danke-Prozedere reichen schon aus und machen sich immer Gut. Wir haben durchweg freundliche, hilfsbereite und zuvorkommene Menschen getroffen. Auf der Insel könnte man selbst sein Auto unabgeschlossen stehen lassen. Einige der Einwohner überraschen ihrerseits gern mit ihren Deutschkenntnissen.

Man muss, egal ob auf nem Ei- oder dem Festland, zu keinerzeit fürchten keine Unterkunft zu bekommen. Da wir auch nur die erste Woche von Deutschand aus gebucht hatten, blieb auf Korcula nur der Weg in die Touristikbude „Mediterano“. Aber die konnten uns schnell komfortable wie günstige Behausungen präsentieren. Dort haben ja bekanntlich die Poollandschaft gebucht.

Wer jetzt Lust bekommen hat das mediterane Land mit den tausenden Inseln und seinen liebenswerten Menschen kennenzulernen, sollte am besten jetzt schon für den kommenden Sommerurlaub in Kroatien buchen. Viel Spaß!



IAA 2009
28. September 2009, 09:48
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Alle zwei Jahre, im Wechsel mit dem Pariser Auto-Salon, präsentieren die Autohersteller dieser Welt ihre Kreationen auf Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. Die vielleicht wichtigste Messe der Branche in Deutschland wird von mal zu mal Grüner: umweltfreundliche Konzepte, Studien mit erheblicher CO2-Reduktion, Autos mit Hybridantrieb, und und und. Aber das meiste ist halt immer noch nur Zukunftsmusik, wenngleich man der dieser Zukunft mit jeder Messe ein Stück näher kommt.

Dennoch gibt es sie auch hier, die automobilen Männerphantasien. PS-strotzende in muskelösem Blechkleid verpackte Luxuskarossen. In Form eines Porsche Panamera oder Mercedes-Benz SLS AMG kommen sie daher. Atemberaubend schön und sündhaft teuer.

Was war noch? Audi (100 Jahre) und Mini (50 Jahre) feiern sich mit ihren Geburtstagen selbst. Alfa dimensionierte seine Präsentationsfläche viel zu klein. BMW baut gleich eine Rennstrecke auf seinen Messestand und irgendwie tun mittendrin wohlplatzierte alte Chromschätzchen dem Auge richtig gut. Aber auch die Alltagsautos bekamen eine Frischzellenkur. Opel präsentiert den nigelnagelneuen Astra, Skoda seinen Superb als Combi, Citroen den C3, der irgendwie nach Ford aussieht und Peugeot u. a. den Van 5008.

Aber all die schöne neue automobile Welt hat sichtbare Kratzer im Lack abbekommen. Nach der weltumspannenden Wirtschaftskrise fehlten hier in Frankfurt knapp ein Viertel der Aussteller, und das merkte man. Neben Honda, Daihatsu blieben Infiniti, die Horde der Chinesen – allen voran Brilliance, und vor allen die vielen Zulieferer fern. Einige davon mag es wohl schon nicht geben.

Aber dennoch gab es für den geneigten Betrachter einiges neues und ausgefallenes, was ich hier mal in einem (kleinen?) Meeserundgang zusammengefasst habe. Viel Spaß!



Tag 15 – Grau und braun sind alle meine Farben (So, 19.07.2009)
20. September 2009, 12:04
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Der Tag der Heimreise ist da. Jetzt. Hier. Heute. Und unwiederruflich. Ich schäle mit gehörig unausgeruht um halb 6 aus der Koje, weil auch diese Nacht mangels Klimaanlage und auf Grund der schwüle im Raum nicht an einen erholsamen Schlaf zu denken war. Das ist ein echtes Phänomen, obwohl draußen ein kräftiger Wind bläst, und des Nächtens alle Türen und Tore offenstanden, verlor sich nicht ein lausiges laues Windlein in die Schlafkabine.

Um sechs, als alle Habseligkeiten in die Koffer und Rucksäcke verstaut sind, geht’s wehmütig los Richtung Flughafen. Julie hat Sprühwurst. Ich denke, die späte Pizza + die Aufregung vor dem Heimflug wirken jetzt. Ausgerechnet jetzt. Der Plan, Mario schmeißt uns am Flughafen raus, wir checken indes ein, er braust dem „Corsa Nostra“ zum Autovermieter nach Split, sein Onkel holt in ab und bringt ihn innerhalb der vorgesehen Zeit (bis 8:15 Uhr – Boarding Time) wieder zurück zum Flughafen. Ja, soweit der Plan.

Julie und ich nutzen die Zeit, um ihren Magen wieder Einzunorden und wenigstens vor diesem Flug in Ruhe einen Kaffee zu schlabbern. Wenn mich jetzt allerdings jemand fragte, was ich für typisch deutsch hielte, dann würde ich vermutlich Kaffee sagen. Ich vermisse unser typisches schwarzes Gold – kräftig im Geschmack, aber nicht zu stark in der Konsistenz. Hier ist ein Kaffee ein Espresso und ein großer Kaffee folglich, na? Richtig, ein doppelter Espresso. Auf Dauer nix für Menschen mit Herzrhythmusstörungen. Nach dem Genuss eines kroatischen Kaffees müssen erstmal ne Sodbrennenpille und ein Betablocker her.

Julie und ich philosophieren über unser schönstes Ferienerlebnis. Tja, schwierig. Denn wir hatten viele Highlights: der Pool, das Restaurant samt Besitzer in Brna, die Insel-Unterkünfte, die Mopeds, das proppenvolle Trogir, die unheimlichen Begegnungen mit der Fähre und Proizd, das azurblaue Wasser. Ne echt harte Nuss sich festlegen zu müssen. Aber dennoch war für mich der Besuch von Korčula City sicherlich mein persönlicher Favorit. Die wunderschöne Altstadt, die engen Gassen und nicht zuletzt die wunderbar idyllisch gelegene Promenade machen ihn zu einem Tag mit Goldstatus. Weltmeisterlich.

Ganz großes Kino war da aber auch der Grillabend mit den zweiten Gastgebern in Vela Luka. Dem Kapitän hätte ich noch Stunden zuhören können. Toll auch, dass uns unser ehemaliger Arbeitskollege Igor am Flughafen abholte, und, trotz zuhause gebliebener Familie, den Tag mit und verbrachte.

Beinahe zur Boarding Time erreichen dann auch Mario uns sein Onkel die Abflughalle. Wir bestellen noch ein letztes Getränk und dann heißt es entgültig Abschied nehmen. Von dem Land, den Leuten und Ivo. Schön, ihn und seine Frau mit der Kurzen kennengelernt zu haben.

Es gibt nochmal kurz Aufregung als Mario, während ich auf Klo bin und Julie wartet, im Duty-Free-Shop entschwindet. Er scheint wie vom Erdboden verschluckt. Natürlich ist auch jetzt sein Handy ausgeschaltet. Klar. Als wir uns nach erfolgloser Suche dann einfach ins Flugzeug aufmachen, sehen wir, dass ein Platz in unserer Reihe besetzt ist. Und durch wen? Mario natürlich, und schaut uns fragend an. Egal, jetzt müssen wir den Spürtrupps und Suchhunden draußen im Terminal nur kurz mitteilen, dass sie unverrichteter Dinge wieder abrücken können. Und auch die Suchhubschrauber können abdrehen und uns endlich starten lassen.

Der Heimflug ist bis zu den Alpen ein Träumchen. Wir fliegen diesmal, wegen der Windsituation, die italiensche Adriaküste entlang und können sogar für einen kurzen Moment einen Blick auf Venedig erhaschen. Als es hügeliger wird, nimmt auch überproportional die Wolkendichte zu. Zudem liegt auf den Gipfeln der Alpen auch überproportional viel Neuschnee.

Der Rest ist schnell erzählt: graue Wolken und im Landeanflug auf Köln/Bonn erleben wir Vater Rhein, der uns herrlich in seinem gesunden braun anstrahlt. Hach, schön wieder zuhause zu sein. Entsprechend sommerlich deutsch ist auch das Wetter hier: Grau, Regen, 19 Grad. So ist brav. Keine Experimente. Wir hatten ja schließlich zwei Wochen Sonne satt. Sollte bloß reichen. Mario verfällt auf der Rückfahrt ob des Wetters in tiefe Depression und sehnt sich die herrliche Wärme mit dem zarten Sonnengestrahl zurück. Tja, das Wetter ist halt kein Ponyhof. Aber, bei dem Wetter kann man ruhigen Gewissen wieder sagen: „Gozeidank, Morgen wieder Arbeiten“.

Ja Heimat, du hast uns wieder!



Tag 14 – Familienbande (Sa, 18.07.2009)
19. September 2009, 20:24
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Nach einer unglaublich stickigen Nacht brüllt mich der startende V8 eines Rennbootes im Hafen am Pier gegenüber aus dem Delirium. Danke, gerade jetzt, als ich mich ein wenig in den Schlaf geschwitzt habe. Okay, dann fahren wir halt eher als geplant nach Trogir. Ja, wir wollen wenigstens noch einmal Trogir bei Tageslicht und mit weniger Touristen erleben. Vielleicht haben wir ja Glück. Es hält sich außerdem das Gerücht, Mario’s Patenonkel samt Familie noch einmal zu treffen. Allerdings weiß noch keiner der Hauptprotagonisten, ob die Verabrede überhaupt stattfindet.

In Trogir angekommen haben wir dann nicht das angesprochene Glück. Warum auch? War gestern Abend nicht so, warum sollte es ausgerechnet heute anders sein? Wer noch nicht dort war, der stelle sich die hiesige Verkehrssituation bitte wie folgt vor: es führt (neben der Überlandstraße) auch innerorts eine Hauptverkehrsader am Meer entlang quer durch den Ort. Zudem führt eine Straße über eine Brücke, vorbei an der Altstadt Trogir’s, auf die Halbinsel Čiovo. Über beide Straßen wälzt sich an jedem verdammten Tag mind. einmal der komplette Fahrzeugbestand Kroatiens PLUS Touristen. Und wie es nun von den Straßenbauern so geplant ist, treffen sich diese beide Straßen an einer Kreuzung. Und hier scheint der Eingang zu Hölle zu sein: es ist laut, es stinkt nach Diesel, Benzin und Öl und wer nicht aufpasst, hat im günstigesten Falle nur eine Beule. Und damit meine ich sowohl Autofahrer als auch Fußgänger. Weil das alles noch nicht genug ist, münden dort ausgerechnet die Parkplatzzufahrt zu einem gutbesuchten Konsumtempel und der städtische Busbahnhof.

Nun der viele Verkehr ist jetzt nicht neu: vor vier Jahren gab’s auch schon Staus. Und davor vor vier Jahren wahrscheinlich auch. Doch hat es die Stadtverwaltung bis zum heutigen Tage nicht fertiggebracht eine Ampelanlage zu installieren. Vllt. sind für eine solche Notwendigkeit doch die Unfallzahlen zu gering. Man steckt nicht drin…

ACHTUNG: Ironie an – Nun, wie es das Verkehrchaos vermuten ließ, ist Trogir heute natürlich kaum besucht – Ironie aus. Massen an Menschen schieben sich über einen Markt, der so bunt und vielvältig ist wie die Menschen hier. Das Obst, was hier feilgeboten wird, ist so zahlreich und vielfältig wie der Malkasten Farben hat. So bietet der Markt ein herrlich geschäftiges Bild.

Es geht weiter, und erneut tauchen wir in die Altstadt ein. Wir wühlen uns durch zu einem Bäcker, der vllt. ein Frühstück anbietet. Doch dass scheint hier nicht üblich zu sein, und so kehren wir nach einigen Runden zurück zum Markt und decken und an einem Backstand mit Teigwaren ein. Dazu kehren wir abseits des Touristenstroms in ein Café ein genießen unser „Brunch“ in verhälnismäßiger Ruhe.

Anschließend kehren wir Trogir für 2009 den Rücken und knallen uns ein allerletztes Mal ans klare Mittelgemeer. Wir fahren zu der Bucht, die ich bereits am Ankunftstag unwissend und ungeplant, eigentlich auch nur expemplarisch für alle Buchten Kroatiens, abgelichtet habe. Tja, hier in Vinišće scheint sich somit der Kreis unseres Urlaub zu schließen. Hier startete gewissermaßen der Urlaub im Bild und hier hier endet er auch irgendwie…

Die Sache wird jetzt meloncholisch, komisch rund.

Am Abend (nach zahlreichen über den Tag verteilten SMS mit Ivo, Igor’s Onkel, verabreden wir uns tatsächlich mit der jungen Familie aus Kaštela. Nachdem wir uns kennengelernt und sehr nett unterhalten haben, machen wir uns auf in deren Heimatort eine Pizzeria aufzusuchen. Mitterweile haben gut 22:30 Uhr, der Magen so was von hängt durch, als wir endlich in der Speisekarte fündig werden. Ein letztes Mal traditionell dalmatinische Küche: Pizza!

Gegen halb 1 in der Nacht verabschieden wir uns schließlich von Ivo, Anna und dem kleinen Sohnemann. Hoffentlich auf ein Wiedersehen…



Tag 13 – Trogir Reloaded (Fr, 17.07.2009)
14. September 2009, 15:16
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Schrüll! „Boar, is schon 4? Nee, ne?“. Doch! Leider Gottes ist es bittere Wahrheit und eine dreiviertel Stunde später erwartet uns schon das Taxi. Übrigens, das einzige hier auf der Insel. Müde raffen wir unsere allerletzten Plörren zusammen und ziehen in voller Touri-Kampfmontur schurfend in die einsetzende Dämmerung. Tschüss Haus, Tschüss Pool! Tschüss, ihr netten Gastgeber!

Das Taxi ist pünktlich auf die Minute und rasch sind wir – is ja nix los auf der Straße – am etwa 2-3 Kilometer entfernten Pier angelangt. Allmählich geht dem Tag ein Licht auf. Ich nutze die Zeit, bis die Fähre anlegt, für einige letzte Stimmungsaufnahmen.

Die Fähre naht – ebenfalls pünktlich wie die Maurer. In nur knapp zwei Stunden erreichen wir bereits das Festland wieder. Nüchtern besteigen wir den Katamaran und bestellen flott eine Runde Wachmacher. Der Kahn ist trotz der Uhrzeit gut gefüllt und wird knapp ein Stunde später, als wir in im Hafen von Hvar anlegen, richtig voll. Tausend Touris auf dem Weg in die Heimat und Einheimische auf dem Weg zur Arbeit. Es ist etwa halb Acht als wir wieder zurück in Split sindund habe prompt ein Déjavu. Aber diesmal ist der Plan für die Stadt ein anderer. Wir bummeln diesmal nicht gemütlich durch die Altstadt, sondern Mario stellt uns stattdessen an einem hafennahen Café ab, während er sich per pedes auf den weiten Weg in die Innenstadt zu einem Touristikbüro aufmacht.

Ich verkürze die Zeit für den geneigten Leser ein wenig. Denn zu beschreiben, wie Julie und ich an Kaffee und Wasser lutschen, erscheint mir wenig unterhaltend. Ich drehe die Uhr mal kurz 90 Minuten nach vorne. Julie’s Verdacht, weil Mario bereits so lange weg ist, ist, dass er keine Unterkunft bekommen hat, und stattdessen ein Mietwagen nimmt. Komisch, irgendwie ist sie dann auch wohl kurzfristig mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattet worden. Zu dumm, dass wir jetzt nicht zuhause in Deutschland einen Lottoschein ausfüllen können. Ich sehe ein Werbeplakat für das U2-Konzert am 09.08. in Zagreb. Jawoll, nur noch Zweieinhalb Wochen bis es in Gelsenkirchen soweit ist. Mario hat anstelle einer Unterkunft einen Corsa D (kein Diesel, sondern die Baureihe ist gemeint) mit 60 unbändigen PS gekommen. Klingt flott, isses aber nicht. Weil drei Personen, Gepäck und das Auto selbst schwer am Antriebsstrang zerren. Dafür hat er aber einen guten Kurs für die Schüssel ausgehandelt, und so können wir erst einmal grob Richtung Norden einschlagen. Da wollen wir hin, und mal schauen, wo es uns letztendlich hinverschlägt.

Der Lorenz burnt nur so vom bli-bla-blauen Himmel. Round about 10 Uhr und wir befinden uns nahe der 30-Grad-Marke. Thank god, dass wir ne Klima haben. Wir eiern so die Küste entlang. Vorbei an Trogir und Seget Vranjica. In Poljica halten wir mittels einer Not- und Gefahrenbremsung, weil son’n Typ mit einem handgemaltem Apartmani-Pappschildchen wedelt. Kurze Verhandlung auf kroatisch und dann geht’s (steil ist gar kein Ausdruck) den Berg hoch. Natürlich liegt die Butze fast ganz oben auf dem Gipfel. Durchgeschwitzt, die Oberschenkel brennen, vom Hungerast geplagt und völlig außer Atem mit 200 Puls hoffen wir, hier oben ein Sauerstoffzelt vorzufinden. Stattdessen gibt’s aber nur nur zwei Schlafzimmer, ne Küche und ein Bad. Ohne Klima und, trotz Berg, mit ohne Aussicht. Danke, Nein.

Wir wollen weiterfahren, doch ne Mutti ein Haus weiter, will uns ihre Hucke zeigen. Und die ist noch mieser. Trüb, finster und auch ohne Klima, weil sie die an jemand anderen vermietet hat. Nicht wirklich hilfreich bei der Hitze.

Also weiter, denn bereits drei Kurven später erwartet uns das kleine Örtchen Marina. Hier muss doch was zu kriegen sein. Wir biegen in den Ort ein ein, und fahren die Hafenstraße entlang. Immer wieder stoßen wir auf die Gästezimmerschilder, und endlich, bei einem, hält Mario an und fragt die Frau, die gerade vor ihrem Haus steht und mir anderen Einheimischen quaselt, ob sie etwas für uns drei frei habe. Offenbar, denn wir sollen ihr folgen. Im zweiten Stock bietet sie uns zwei Zimmer mit schrullig alter Einrichtung und auch ohne Klima, aber mit einer sexy Aussicht auf Marina’s Marina. Ha, ha… Der Preis ist fair (50 Eus für beide Zimmer, die über je eine Dusche mit WC verfügen) und so schlagen wir zu. Okay, wir wollen hier ja schließlich nur heia-bubu machen, nix mehr.

Als wir das Auto leergeräumt haben, und ein wenig zur Ruhe kommen, überrennt uns die Müdigkeit. Die vier Uhr von heute früh bekommen wir jetzt noch einmal auf dem Silbertablett serviert. Julie und Mario hauen sich in die Pofe. Ich schaue dösend in die Gegend und schreibe gerade diese Zeilen hier.

Der Mittag geht lautlos in den frühen Nachmittag über und schwupp sind die beiden Zimmernachbarn wieder bereit für neue Taten. Wir wollen „Trogir Reloaded“ abdrehen, denn wir sind erneut, nach 2005, in dem wunderschönen Ort mit der kultigen Altstadt. Rasend schnell sind wir da, und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Aber Trogir ist zum Bersten voll. So voll, wie es voller nicht sein kann. Quasi Voll im Quadrat. Selbst die Kähne, die am an der Promenade festgemacht haben, parken hier heute in Dreierreihen. Kein Witz. Das war vor vier Jahren aber noch anders. Aber was soll’s. Wir haben 2009, also hinein ins Gewühl. Nix für Claustrophobiker und Menschen mit Angst vor Menschen. Wir schieben uns im Laternenschein durch die engen Gassen, und auf der Promenade finden wir gar noch ein Plätzchen in einer Pizzeria zwecks Kalorienzufuhr.

Gestärkt schlendern wir weiter die Promenade hinunter bis zur großen Burg Kamerlengo und wieder zurück. Wir staunen, da es jetzt sogar ein Schiffstaxi zur Hotelanlage „Medena“ außerhalb Trogirs gibt. Jetzt kann man sich gepflegt in der Altstadt volllaufen und anschließend nach Hause schippern lassen. Keine schlechte Option – wenn wir „Medena“ gebucht hätten. Haben wir aber nicht, also weiter. Am Kai liegen liegt eine ärmliche Luxusyacht neben der nächsten. Die Adria muss leer von Schiffen sein, denn alles, was schwimmen kann, scheint heute Abend hier vor Anker zu liegen.

Nur haben auch irgendwann lahme Füße und die Faxen angedickt vom vielen Menschengekrabbel und machen uns wieder auf den Weg Richtung Marina. Den Abend lassen wir dann ganz Galama und ohne Getöse auf dem Balkon unserer Unterkunft mit einer Gerstenkaltschale ausklingen.